Die Welt: Revoluţia contra regimului ceauşist din România, marginalizată
- Cristina Iana
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- Miercuri 11 nov 2009
Cea de-a douăzecea aniversare a schimbării de regim este serbată, comemorată sau cel puţin discutată în alte ţări, în timp ce în România este tăcere, scrie cotidianul german.
Prelucrarea istorică a revoluţiei din 1989 se află în impas, dat fiind faptul că documentele de epocă sunt reţinute de stat şi de armată, relevă Die Welt. Mulţi făptaşi sunt până în ziua de azi necunoscuţi şi neatinşi. România este pe locul trei printre statele cele mai reclamate la CEDO iar potrivit presei româneşti acest lucru se datorează plângerilor depuse de multe din rudele victimelor revoluţiei.
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Potrivit lui Horia Roman Patapievici, preşedintele Institutului Cultural Român, în timpul revoluţiei au existat o mie de victime dar nici un făptaş, un lucru nebunesc în opinia sa. Succesorul lui Ceauşescu, Ion Iliescu, a muşamalizat evenimentele, arăta Patapievici, iar de atunci statul blochează prelucrarea lor. Germanii sunt totdeauna aşa de meticuloşi, la fel şi în prelucrarea trecutului lor, în ţara sa însă acest lucru lipseşte, se plângea el, declarând că a fi român înseamnă a te simţi în exil în propria societate.
Ce a fost în decembrie 1989? Un lucru este clar şi anume că românii înfometaţi şi îngheţaţi au încercat să se revolte în iarna aceea contra regimului. După confruntări în provincie, tulburările au atins la jumătatea lui decembrie şi capitala. Nicolae Ceauşescu a subestimat furia populară, încercând să liniştească masele, la 21 decembrie, de la balconul clădirii Comitetului central, fiind însă huiduit.
În ziua următoare, conducătorul şi soţia lui au fost puşi în elicopter, crezând că urmează să fie salvaţi de mulţimea de protestatari. Însă, era vorba despre un complot al generalilor, care au trecut de partea revoltaţilor, perechea dictatorială fiind lăsată undeva în Carpaţi, unde au fost preluaţi de soldaţi. Ultimul act s-a jucat într-o cazarmă din Târgovişte, unde cei doi au fost ţinuţi trei zile iar apoi condamnaţi la moarte în urma unui proces fulger. La 25 decembrie 1989, trei soldaţi l-au executat pe “Geniul Carpaţilor” şi pe soţia acestuia, fiecare trăgând 30 de cartuşe de foc automat.
Dar, ce s-a întâmplat după fuga lui Ceauşescu, atunci când la Bucureşti şi în alte mari oraşe, conform datelor oficiale, şi-au pierdut viaţa 1.033 de oameni. De ce au trebuit ei să moară deşi despotul era deja arestat? Cine a tras? Armata? Revoluţionarii? Cine a luptat contra cine? A fost o revoltă populară sau o lovitură de stat a cadrelor de partid? Sunt întrebări pe care istoricii trebuie să le clarifice, însă aceştia nu au acces la sursele de informaţie cele mai importante, scrie Die Welt.
La 20 de ani de la schimbarea de regim, dictatura se resimte încă tot aşa de clar ca şi în imaginea Bucureştiului, marcată de clădirea Palatului Parlamentului, construită de Nicolae Ceauşescu, conchide cotidianul german.
textul german:
1000 Opfer, aber keine Täter
Während Europa die historische Wende vor 20 Jahren feiert, wird die Revolution gegen das Ceausescu-Regime in Rumänien systematisch verdrängt
74 Tage lang hat Teodor Maries den Hunger ausgehalten, dann gab er auf. Wochenlang saß er in seinem Adidas-Trainingsanzug auf einem Campingstuhl vor dem Präsidialamt in Bukarest und aß nichts. Um ihn herum waren Transparente aufgestellt, “Gerechtigkeit für uns Angehörige” und “Umdenken” stand darauf. Maries ist Chef des Verbandes “21. Dezember”, der Familien der Revolutionsopfer von 1989 vertritt. Er fordert von der Regierung die Freigabe der Militärakten über den Sturz von Nicolae Ceausescu. Vor drei Wochen hat Teodor Maries seinen Hungerstreik beendet, er nahm seinen Plastikstuhl und ging nach Hause. Die Militär-Staatsanwaltschaft gab pro forma einige Dokumente frei. Die meisten Akten bleiben unter Verschluss.
Rumänien und seine Vergangenheit erregen gerade Aufmerksamkeit in Deutschland, wegen Herta Müllers Literaturnobelpreis. Rumänien stand zufällig auch im Mittelpunkt der diesjährigen Kulturtage der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Mit Konzerten, Lesungen, Filmen und Vorträgen rumänischer Künstler. Von Teodor Maries’ Hungerstreik war hierzulande allerdings nichts zu lesen. Sogar in den rumänischen Medien ging er fast unter, die Finanzkrise und die Ende November anstehende Präsidentenwahl sind wichtiger.
In anderen Ländern wird das 20. Jubiläum der Wende gefeiert, erinnert oder zumindest diskutiert. In Rumänien herrscht Sprachlosigkeit. Die historische Aufarbeitung der Revolution von 1989 stockt, weil die Akten von Staat und Militär zurückgehalten werden. Viele Täter sind bis heute unerkannt und unbehelligt. Rumänien wird am dritthäufigsten vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verklagt. Laut der konservativen Zeitung “Ziua” liegt das an den Beschwerden der vielen Angehörigen der Revolutionsopfer. Sie verlangen Aufklärung.
Ein Anwesen im Diplomatenviertel von Bukarest. Horia-Roman Patapievici (52) sitzt in einem Saal mit goldenen Säulen und Marmorfußboden. Der frühere Hausherr, ein reicher Industrieller, spielte hier einst Karten mit dem König und verlor absichtlich, weil die Krone dringend Geld brauchte. Heute ist das Haus Sitz des Rumänischen Kulturinstituts. Patapievici ist sein Präsident und einer der führenden Intellektuellen Rumäniens. Er sagt: “Es gab während der Revolution tausend Opfer, aber keinen Täter. Das ist doch verrückt.” Ceausescus Nachfolger Ion Iliescu habe die Ereignisse vertuscht, und seitdem blockiere der Staat die Aufarbeitung. Die Deutschen, sagt Patapievici, die seien immer so gründlich, auch bei ihrer Vergangenheitsbewältigung. Das fehle in seinem Land. “Rumäne zu sein heißt, sich in der eigenen Gesellschaft im Exil zu fühlen.”
Was geschah im Dezember 1989? Klar ist, dass die hungernden und frierenden Rumänen in diesem Winter den Aufstand gegen das verhasste Regime probten. Nach Scharmützeln in der Provinz griffen die Unruhen Mitte Dezember auf die Hauptstadt über. Der exzentrische Stalinist Ceausescu unterschätzte die Wut des Volkes; er versuchte, die Massen am 21. Dezember mit einer Rede vom Balkon des ZK-Gebäudes in Bukarest zu beruhigen – und wurde ausgebuht.
Der “Conducator” (Führer) und seine Ehefrau wurden am nächsten Tag in einen Hubschrauber gesetzt, sie glaubten, man wolle sie vor dem protestierenden Mob retten. Aber es war ein Komplott der Generäle, die zu den Aufständischen übergelaufen waren. Das Diktatorenpaar wurde irgendwo in den Karpaten ausgesetzt und wenig später von Soldaten aufgegriffen. Der letzte Akt der Ceausescus spielte in einer Kaserne in Tirgoviste, wo sie drei Tage lang festgehalten und in einem Blitzprozess zum Tode verurteilt wurden. Am 25. Dezember 1989 exekutierten drei Soldaten das “Genie der Karpaten” und seine Gattin, jeder schoss 30 Mal, automatisches Feuer. Die Vorbereitungen der Hinrichtung und das Verscharren der Leichen wurden gefilmt, die gespenstischen Aufnahmen sind heute auf Youtube zu sehen.
Unklar ist, was nach der Flucht der Ceausescus passierte, als in Bukarest und anderen Großstädten nach offiziellen Angaben 1033 Menschen umkamen. Warum mussten sie sterben, obwohl der Despot bereits verhaftet war? Wer hat geschossen? Der Geheimdienst Securitate? Die Armee? Die Aufständischen? Wer kämpfte gegen wen? War es ein Volksaufstand oder ein Staatsstreich der Parteikader? Es sind Fragen, die Historiker klären müssten. Aber die kommen nicht an die wichtigsten Quellen heran.
Unter Ceausescus Nachfolger Ion Iliescu, der bis heute ein einflussreicher Mann in Rumänien ist, geschah alles, um eine Untersuchung der Revolution und eine Aufarbeitung des Regimes zu verhindern. Der Geheimdienst Securitate wurde aufgelöst; aber der Nachfolger, der “Rumänische Informationsdienst” (SRI), übernahm nach eigenen Angaben 40 Prozent des Securitate-Personals. Die Akten der Securitate wurden erst 2004 einer unabhängigen Behörde (ähnlich der deutschen Birthler-Behörde) übergeben. Bis dahin blieben die Dokumente in den Händen des SRI. Der wollte verdunkeln.
Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller hat die Manipulation der Geheimdienstakten am eigenen Leibe erlebt. Jahrelang kämpfte sie erfolglos um Einsicht, erst 2008 bekam sie die Spitzel-Protokolle zu Gesicht oder das, was davon noch übrig war: “Die Akte ist ein Machwerk des SRI im Namen der alten Securitate. Zehn Jahre lang hatte er alle Zeit, um daran zu ,arbeiten’. Frisieren kann man es nicht nennen, die Akte ist regelrecht entkernt”, schrieb Müller in der “Zeit”.
In der rumänischen Öffentlichkeit hält sich die Erregung über die Kontinuitäten des Ceausescu-Regimes in Grenzen. Man hat sich daran gewöhnt. Die meisten wichtigen Politiker haben eine einschlägige Vergangenheit im Kommunismus. Den Neo-Kommunisten Ion Iliescu, der nach der Wende die Proteste gegen seinen Amtsantritt niederknüppeln ließ, wählten die Rumänen mehrfach zum Präsidenten. Seine letzte Amtszeit dauerte von 2000 bis 2004. Ein Untersuchungsverfahren, das seine dubiose Rolle bei der Revolution klären sollte, wurde wegen Formfehlern eingestellt.
Iliescus Nachfolger, der derzeitige Präsident Traian Basescu, soll früher ebenfalls enge Kontakte zur Securitate gehabt haben. Das Parlament setzte ihn vor zwei Jahren wegen Amtsmissbrauchs ab, aber das Volk machte die Entscheidung in einem Referendum wieder rückgängig. In ihrem aktuellen Fortschrittsbericht zur rumänischen Justiz schreibt die EU-Kommission: “Ein breiter politischer Reformkonsens, der zu wirklichen Fortschritten im Interesse des rumänischen Volkes führen könnte und vom gesamten Parteienspektrum getragen wird, ist noch nicht in Sicht.”
So ist die Diktatur auch im Jahr 20 nach der Wende immer noch überall so deutlich spürbar wie im Stadtbild von Bukarest: Wichtigster Touristenmagnet und beliebtestes Fotomotiv ist dort der Parlamentspalast, ein Protzbau aus weißem Marmor mit 3000 Zimmern und Sälen, das größte Gebäude Europas. Die Rumänen sind stolz auf ihren Palast. Bauherr war einst Nicolae Ceausescu.
Asociația 21Decembrie 1989
